WIR DANKEN

 

2010-10-10_Wir-danken_small

 

Schirmherr:

Ministerpräsident des
Freistaates Sachsen -
Stanislaw Tillich

> Festrede zur Einweihung

 

Denkmalfinanzierung:

Kosten für den Bau des Denkmals: ca. 60.000 Euro

60.008,24 Euro eingegangene Spenden

Gespendet haben:
+++ VOLKSBANK VOGTLAND 300€ +++ HANS CHRISTIAN WIEDE 100€ +++ EGON TIPPNER 20€ +++ LIONS CLUB PLAUEN 1.000€ +++ MANFRED VOLLSTAEDT 10€ +++ HEINZ GERISCH 200€ +++ UWE LUDWIG UND FRAU 10€ +++ TINO VOIGT 10€ +++ GÜNTER UND CHRISTINA SCHMIDT 50€ +++ CHRISTINE RUDOWSKY 20€ +++ KARL CONRAD UND FRAU 20€ +++ WOLFGANG UND JULIANE PLETZ 50€ +++ ELKE REIHER 20€ +++ SIEGFRIED ERBE 50€ +++ DR. VOLKMAR GLAESER UND FRAU 100€ +++ REGINA UND ALEXANDER SCHULZ 10€ +++ JUTTA GRIMM 20€ +++ WOLFGANG PARTHON 50€ +++ GOTTHARD SCHMIDT UND FRAU 20€ +++ EVA BAEUERLE 5€ +++ KATRIN SCHNEIDER 10€ +++ BÜRO BRIGITTE WINDISCH 50€ +++ BERND STROBEL UND FRAU 10€ +++ KLAUS UND KLAUDIA DORNFELD 20€ +++ WOLFRUM HILKE 100€ +++ INNUNG VOGTLÄNDISCHES ELEKTROHANDWERK 1.000€ +++ IRMGARD KETSCHER 20€ +++ INITIATIVE PLAUEN 50€ +++ MARTINA BIALAS 3€ +++ FRANK GRUENERT UND FRAU 50€ +++ ROLF SCHWANITZ 500€ +++ DIETER QUAECK 10€ +++ STEFFEN SCHNEIDER 35€ +++ BERND UNGER UND FRAU 20€ +++ WEIS BAUUNTERNEHMEN WEBA PLAUEN GMBH 75€ +++ JÜRGEN MELLE UND FRAU 100€ +++ RALPH MAHL 100€ +++ FLEISCHEREI ULLRICH ROSSNER 100€ +++ HEINZ MAX 20€ +++ UTE ZSCHAUER 30€ +++ DR. SIEGMAR OEHME 100€ +++ CHRIS BRÄUNIG 10€ +++ DR. VOLKER KOECHER 100€ +++ ROBERT HAGER 1.000€ +++ SIEGMAR WOLF 50€ +++ WILFRIED SONNENBERG UND FRAU 100€ +++ WALTRAUD NEELS 50€ +++ PETER SEIDEL 100€ +++ SVEN SCHUBERTH 10€ +++ VOLKER NEIDEL 100€ +++ DIETER SCHUBERT 25€ +++ FRIEDRICH WILHELM LAUTENSCHLÄGER 300€ +++ HARALD KUEHN UND FRAU 100€ +++ MANFRED UND CHRISTA SCHALLER 100€ +++ ALOIS SCHIRMER 100€ +++ FREUNDE DES VOGTLANDMUSEUMS 100€ +++ WANDERGRUPPE ZU HIMMELFAHRT 325€ +++ HORST WUNDERLICH UND FRAU 20€ +++ ZAHNARZTPRAXIS RUDDIGKEIT 200€ +++ MORGNER BAU GMBH 200€ +++ WOLFRUM HILKE 100€ +++ SCHMIDT'S FEINKOST 2.500€ +++ LANDRATSAMT VOGTLANDKREIS 25€ +++ BERND RENTZSCH 50€ +++ FICKENSCHER & FISCHER GARDINENHANDEL 20€ +++ ULRICH WOELFEL 50€ +++ OTTO JOERG 1,99€ +++ ELEKTROTECHNIK PLAUEN GMBH 500€ +++ JOHANNES BAUMGAERTEL 200€ +++ FRIEDRICH GEORGI UND FRAU 25€ +++ HEIDEMARIE SPANNER 150€ +++ FRANZ GLANC 5€ +++ CHRISTEL GLANC 20€ +++ HEIDEMARIE FLEISCHER 10€ +++ FRANK HOLZMUELLER 50€ +++ KAI GRÜNLER 50€ +++ KLAUS GRUBER 100€ +++ WALDHAUS REIßIG 100€ +++ JOHANNES HEILMANN 50€ +++ GERTRAUDE KLAUS 55€ +++ INGRID BRETHACK UND RAINER TRÖGER 30€ +++ KLAUS UND GERHILD STRAKA 20€ +++ FRANK RAUH UND FRAU 10€ +++ WTU - WEISCHLITZER TIEFBAU UND UMWELTSCHUTZ GMBH 100€ +++ EKKEHARD WOLFRUM UND FRAU 20€ +++ KIWANIS-CLUB PLAUEN E.V., STERNQUELL BRAUEREI GMBH, FLORENTINA STICKEREIGESELLSCHAFT MBH, HYDRAUFLEX GMBH, PARKHOTEL PLAUEN, GERHARD LIEBSCHER: 10.361,56€ +++ WOLFGANG SCHMIDT UND FRAU WALTRAUD 200€ +++ DR. PETER JOHN UND FRAU 100€ +++ EDV SERVICE OLIVER STRAKA 50€ +++ TINO HECKER 10€ +++ ANNETTE SANNE 100€ +++ KURT STEMPELL UND FRAU 20€ +++ JOSEPH KNOTT 20€ +++ KARIN ENDERS 10€ +++ WALTER BUTTGEREIT UND FRAU 10€ +++ DR. W. SCHUTH 100€ +++ SIEGMAR WOLF 20€ +++ CHRISTEL KIESSIG 100€ +++ ANDY GLANC 35€ +++ HANS-HEINRICH MATTHIAS 1.000€ +++ DR. MATTHIAS PLEWINSKI 100€ +++ WOLFRUM HILKE 30€ +++ RENATE MOCKER 10€ +++ ANKE SEIDEL 20€ +++ CORNELIA WERNER 20€ +++ CLAUS UND WALTRAUD NICOLAI 50€ +++ DR. WOLFGANG ELHARDT 50€ +++ FRANK NEUHOFF 18€ +++ ALBERT DRESSEL UND FRAU 50€ +++ BAD BRAMBACHER MINERALQUELLEN & STERNQUELL BRAUEREI GMBH 3.689,90€ +++ FRANK HEIDAN 1.500€ +++ JUERGEN WEIMANN UND FRAU 50€ +++ SILKE WERNER 100€ +++ BESCHÄFTIGTE DER BERUFSGENOSSENSCHAFTLICHEN BILDUNGSSTÄTTE JÖßNITZ 1.000€ +++ RAINER HEMLEP 50€ +++ GISELA SCHÜLL 5€ +++ SIEGFRIED UND RENATE SALZBRENNER 100€ +++ VR BANK HOF EG 1.000€ +++ ANTJE KÖHLER 50€ +++ ELEKTRO SACHS, INH. ERIK SACHS 100€ +++ WOLFRUM HILKE 50€ +++ LIONS CLUB AUERBACH 300€ +++ INGRID LOSLEBEN 20€ +++ ABFALLENTSORGUNG PLAUEN 1.000€ +++ WOLFGANG UND RITA FRANKE 100€ +++ INGEBORG HANSEN 25€ +++ KFZ MEISTERBETRIEB JOCHEN GEBAUER 100€ +++ INGRID ZENKER 10€ +++ WERNER DRESCHER UND FRAU 20€ +++ ROTARY CLUB PLAUEN 3.000€ +++ STADT-GALERIE PLAUEN 5.000€ +++ UWE UND SILVIA DETTLOFF 100€ +++ FAMILIE JOHN: GISELA, NADINE, DR. RUDOLF UND ERIK JOHN 55,55€ +++ RALF ROEHLING UND FRAU 20€ +++ KLAUS-DIETER WALDMANN 100€ +++ ULRICH SCHNEIDER 20€ +++ MODESPITZE PLAUEN GMBH 200€ +++ GUIDO UND RITA KLAUS 50€ +++ KATRIN PAUL 10€ +++ LOTHAR PAUL UND FRAU RENATE 20€ +++ DIETMAR LEPPERT 50€ +++ KERSTIN SILKE RUDERT 5€ +++ DR. LUDWIG UND DR. URSULA LINDNER 100€ +++ RONALD SCHILLING 50€ +++ LUTZ UND STEFFEN STROBEL 20€ +++ NORBERT CZENCZEK 20€ +++ IRMGARD KETSCHER 30€ +++ CDU VOGTLAND 161,56€ +++ LIONS CLUB HOF 500€ +++ MARKUS LOTHAR WINKELMANN 150€ +++ VOLKSBANK VOGTLAND 1.000€ +++ THOMAS UND BRIGITTE KÜTTLER 100€ +++ AEHO-VERWALTUNGS GMBH 500€ +++ HOLZMANN VERLAG 150€ +++ UTZ DAMM 100€ +++ GUDRUN SCHREIBER 15€ +++ SOROPTIMIST CLUB PLAUEN 370€ +++ FAMILIE SCHMIDTKE 100€ +++ HEINZ LUKASCHEWITZ 10€ +++ SABINE UND STEFAN LEISTNER 200€ +++ B+M SICHERHEITSTECHNIK PLAUEN GMBH 200€ +++ MITTELSCHULE WEISCHLITZ 2.500€ +++ SVEN FROTSCHER 50€ +++ PARTYSERVICE ANJA BAUMERT 50€ +++ GEMEINHARDT PETER 50€ +++ MARCO PENZEL 50€ +++ FREYER MARKTFORSCHUNG GMBH 250€ +++ HILLA GRIMM 20€ +++ ROLAND UND SONJA FLICKINGER 30€ +++ THOMAS FRIEDRICH 20€ +++ FRIEDRICH UND INGRID BURKHARD 50€ +++ PETER UND SILIVIA WECK 100€ +++ PROF. DR. HARALD SIMONS 50€ +++ ANGELA GRAU 50€ +++ MAGNETTO AUTOMOTIVE DEUTSCHLAND 1.000€ +++ MARKUS GLÜCK 100€ +++ JÜRGEN GÜNTHER 100€ +++ NEUBERT GMBH 100€ +++ GERHARD UND HEIDI PFLEIDERER 20€ +++ FRANK TAUBNER 20€ +++ ROLF THIEME 50€ +++ THOMAS KÖNIG 40€ +++ SANITÄTSHAUS SCHÖNE 100€ +++ THOMAS KAISER 20€ +++ VOGTLANDKREIS 5.000€ +++

> Spendenliste...

Das Projekt wurde von

Freistaat Sachsender Sächsischen Staatsregierung unterstützt.

> Mehr dazu...

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"Plauen war die erste ostdeutsche Stadt,

die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte;

sie war die einzige, in der der ostdeutsche Umbruch

von Anfang an eine Sache der Massen war."
John Connelly, Historiker - University of California, Berkeley - aus:
"Moment of Revolution: Plauen (Vogtland), October 7, 1989"


Der Moment der Revolution - Plauen, 7.10.1989 

Gedenktafel Theaterplatz PlauenAm Nachmittag des 07. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der ehemaligen DDR, fand in Plauen im Vogtland eine Großdemonstration von herausragender Bedeutung statt. Bis zu 20.000 Menschen[1], mehr als ein Viertel der damaligen Plauener Bevölkerung, war aus eigenem Antrieb auf die Straße gegangen, um dort gegen die herrschenden Verhältnisse zu protestieren. Die teils schwer bewaffneten Sicherheitskräfte konnten die Massenkundgebung auch mit Gewalt nicht mehr auflösen. "Es war eindeutig der erste Sieg des Jahres 1989 über die Staatsmacht", so lautet das Urteil des Historikers Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk.[2] Seinen Recherchen zufolge wurde Plauen "nur deshalb (...) nicht zur 'Heldenstadt' erklärt, weil die Tragweite der Ereignisse aus der Provinz ohne westliche Fernsehkameras nicht bekannt wurde."[3] - "Das eigentliche Erdbeben fand in Plauen statt", so das Fazit des Geschichtswissenschaftlers.[4]

In der nachfolgenden Foto-Dokumentation werden die dramatischen Vorgänge während der Protestkundgebung, die im Grunde als der historische Wendepunkt im Jahre 1989 anzusehen ist, in Bildern wiedergegeben. Der amerikanische Historiker Professor John Connelly hat dieses Ereignis bereits im Jahr 1990 als den "Moment der Revolution" bezeichnet.[5] (da)


Bild (da): Gedenktafel auf dem Plauener Theaterplatz

 

FOTO-DOKUMENTATION

(Klicken Sie auf ein Bild, um es zu vergrößern.)

Bild 1:
Ausgelöst wird die Demonstration am 07.10.1989 u.a. durch maschinengeschriebene Flugblätter der "Initiative zur demokratischen Umgestaltung der Gesellschaft". Die Bürger der Stadt Plauen werden aufgerufen, sich um 15.00 Uhr zu einer "Protestdemonstration" im Zentrum der Stadt einzufinden. Nur wenige Menschen bekommen die Flugblätter zu Gesicht, da es hiervon nur eine sehr geringe Auflage von 180 Exemplaren gibt. Grund dafür ist, dass die Blätter mit einer  Schreibmaschine unter Verwendung von Durchschlagpapier hergestellt und vielfach getippt werden mussten.
Bild 1
Bild 2:
Trotzdem führt die einsetzende Mund-zu-Mund-Propaganda dazu, dass sich an diesem Samstagnachmittag, gegen 14.50 Uhr, bereits eine größere Menschenmenge auf dem Theaterplatz und am "Tunnel" (ehemals "Otto-Grotewohl-Platz") im Stadtzentrum versammelt.
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Bild 3:
Immer mehr Menschen strömen zum "Tunnel" und lassen sich auch vom einsetzenden Regen nicht beirren. Gespannt harren sie der Dinge, die da kommen werden.
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Bild 4:
In der Zwischenzeit ist die Staatsmacht aktiv geworden und hat Einheiten der Bereitschaftspolizei mit Mannschaftswagen in die Innenstadt bringen lassen.
Bild 4
Bild 5:
Aufgabe der Bereitschaftspolizei ist es u.a., den Rathauseingang vor Demonstranten zu schützen und sich zu einem Sperrgürtel zwischen Rathaus und der Menschenmenge am "Tunnel" zu formieren. Im Foto zu sehen ist eine Polizeieinheit auf dem Weg zum Rathaus.
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Bild 6:
Der Sperrgürtel der Polizei (Hintergrund - Mitte) wird zwischen Rathaus und "Tunnel", etwas oberhalb des Nonnenturms, plaziert.
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Bild 7:
Die Demonstrationsteilnehmer lassen sich durch die Sicherheitskräfte nicht einschüchtern. Daraufhin erhält die Feuerwehr gegen 15.30 Uhr den Befehl, mit zwei Tanklöschwagen, die zu Wasserwerfern umgerüstet worden sind, den "Tunnel" zu räumen. Auf dem Bild sieht man einen Wasserwerfer in Startposition (Hintergrund - Mitte) zwischen Rathaus und Lutherkirche, der von den Menschen aufmerksam beobachtet wird.
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Bild 8:
Das Foto zeigt einen der beiden Wasserwerfer (Hintergrund - Mitte) bei dem Versuch, die Demonstranten mit dem  kalten Wasserstrahl aus der Löschkanone auseinander zu treiben.
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Bild 9:

Nachdem sich die Menschen vom ersten Schock erholt haben, wird der Wasserwerfer von allen Seiten mit Steinen und Flaschen regelrecht bombardiert. Der Feuerwehrmann an der Löschkanone rettet sich gerade noch rechtzeitig in das Innere des Tanklöschwagens. Mit zerbrochenen Scheiben und schwer beschädigtem Führerhaus versucht der Fahrer der aufgebrachten Menge zu entkommen und fährt das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit zurück in Richtung Rathaus.

Bild 9
Bild 10:
Die dramatischen Szenen am Tunnel werden von den Demonstrationsteilnehmern genau beobachtet, die sich zwischen Lutherkirche und Rathaus aufhalten.
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Bild 11:
Kurz nachdem beide Wasserwerfer den "Tunnel" verlassen haben, verbünden sich die durchnässten Menschen und rücken wütend zum Rathauseingang vor. Die Volkspolizei muss ihre Sperrkette oberhalb des Nonnenturms zurückziehen, da diese andernfalls von den Massen überrannt worden wäre.
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Bild 12:
Der Eingangsbereich des Rathauses (links im Bild), an dem die Polizisten nun Stellung bezogen haben, wird von der Menge belagert. Kurz darauf rückt eine neue Einheit von Bereitschaftspolizisten an. Durch den brutalen Einsatz von Schlagstöcken gelingt es ihnen, den Rathauseingang von Demonstranten zu räumen und auf ganzer Linie abzuriegeln.
Bild 12
Bild 13:
Gegen 16.00 Uhr beginnt ein Polizeihubschrauber tief über der Menschenmenge zu kreisen. Dies führt zu einer weiteren Zuspitzung der Situation. Viele Demonstranten fühlen sich provoziert, andere vermuten, dass sie aus dem Hubschrauber von der Stasi fotografiert und gefilmt werden. Die Situation droht, zu eskalieren.
Bild 13
Bild 14:
Gegen 16.45 Uhr formieren sich die nunmehr etwa 15.000 Menschen zu einem spontanen Demonstrationszug. Sie bewegen sich dabei weg von den Sicherheitskräften, die das Areal um das Rathaus abriegeln, und marschieren über die Bahnhofstraße zur Friedensstraße (hier im Bild). An der Spitze des Zuges wird ein selbstgemaltes Stofftransparent mit der Aufschrift "Wir brauchen Reformen" getragen. Immer wieder ertönen Sprechchöre, wie "Freiheit", "Stasi raus", "Schließt euch an, wir brauchen jeden Mann", "Wir bleiben hier" oder "Gorbi".
Bild 14
Bild 15:
Junge Männer haben in Windeseile ein Stofftransparent mit Forderungen wie "Freie Wahlen" oder "Reisefreiheit" bemalt und versuchen, dieses an markanter Stelle anzubringen.
Bild 15
Bild 16:
Der Protestzug trifft wieder am Plauener Rathaus ein. Die Sperrkette der Polizei im Eingangsbereich wurde zwischenzeitlich durch Einheiten der DDR-Kampfgruppen verstärkt, die mit Maschinenpistolen bewaffnet sind. Die mittlerweile rund 20.000 Demonstranten sind aufs äußerste erregt und fordern den Oberbürgermeister zu einer Stellungnahme auf. Immer wieder erklingen Sprechchöre, wie "Keine Gewalt". Einige der Demonstranten stellen vor den bewaffneten Sicherheitskräften brennende Kerzen auf  (Bildmitte). Dem Plauener Superintendenten Thomas Küttler gelingt es, im Rathaus mit dem OB zu sprechen und einen Abzug des Hubschraubers und der Kampfgruppen zu erreichen. Mit einem eigens herbeigeschafften Megaphon beruhigt Superintendent Küttler daraufhin die Menschenmenge. Unterstützt wird er dabei vom Pfarrer der Lutherkirche, Andreas Weber. Gegen 18.00 Uhr lässt Pfarrer Weber die Glocken der Lutherkirche läuten. Daraufhin löst sich die Kundgebung allmählich auf. Die Menschen begeben sich mit Stolz über das Erreichte auf den Heimweg.
Bild 16
Nachspiel in der Nacht vom 07. zum 08.10.1989:
Einige Demonstranten wollen den Ort des Geschehens jedoch noch nicht verlassen. Dies hat für manche von ihnen ernste Folgen.  In den Abend- und Nachtstunden kommt es zu Festnahmen und brutalen Verhören durch die DDR-Sicherheitskräfte. Selbst unbeteiligte Passanten, die zufällig im Stadtzentrum unterwegs sind, werden verhaftet. Manche von ihnen zwingt man, die Nacht unter freiem Himmel in einem Innenhof des Rathauses zu verbringen. Zum Teil müssen sie dort mit gespreizten Beinen an der Wand stehen und werden mit Gummiknüppeln geschlagen oder gar angekettet.
Weitere Samstagsdemonstrationen folgen:
Nach der Großdemonstration am 07. Oktober 1989, mit der erstmals ein Sieg über die Staatsmacht der DDR errungen wurde, finden  im Verlauf der Friedlichen Revolution weitere Samstagsdemonstrationen in Plauen statt. Am 17. März 1990, dem Vortag der ersten freien Wahlen in der ehemaligen DDR, kommt es zur 22. und letzten Demonstration dieser Art in der Vogtland-Metropole.

(da)

 

Quellen:

  1. Sächsische Staatskanzlei (Hrsg.): "1989 - Chronologie der Wende in Sachsen", 2. Auflage, Dresden, 2005, Seite 39   > Zur Quelle...
  2. "Die unbemerkten Helden" / von Stefan Berg. In: Der Spiegel 30/2009 vom 20.07.2009, Seite 45   > Zur Quelle in der Rubrik "Presseschau"...
  3. Kowalczuk, Ilko-Sascha: "Endspiel - Die Revolution von 1989 in der DDR", 2. durchgesehene Auflage, C.H.Beck, München, 2009, ISBN 978-3-406-58357-5, Seite 398
  4. Lesart Spezial zum Thema "20 Jahre nach dem Fall der Mauer": Susanne Schädlich und Ilko-Sascha Kowalczuk stellen ihre Bücher vor. / von Florian Felix Weyh. In: Deutschlandradio Kultur, 12.04.2009, 12.30 Uhr   > Zur Quelle in der Rubrik "Presseschau"...
  5. "Moment of Revolution: Plauen (Vogtland), October 7, 1989" / von John Connelly. In: German Politics & Society, No. 20, Sommer 1990, Seiten 71-89   > Zur Quelle...


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